Musikverlage versus Musikinteressierte
Wie man durch zuviel Engagement, Notentausch, Guitarrentabs und Songtexte zum Feind der Musikindustrie wird
Die Musikindustrie macht weiter auf sich aufmerksam. Allerdings weniger durch hörenswerte musikalische Produktionen, sondern durch ein aggressives Vorgehen gegen nahezu jede denkbare Form von Urheberrechtsverstößen oder solchen, die dafür gehalten werden. Parallel zum Vorgehen gegen Filesharing über sog. Tauschbörsen und deren Nutzern wird seit geraumer Zeit gegen Songtextarchive ebenso vorgegangen wie jetzt auch gegen Notentausch und gegen Diskussionsforen von Musikern, in denen Noten oder Tabs ausgetauscht werden. [...]
Urheberrechtlich mag die Musikindustrie weitgehend das geltende Recht auf ihrer Seite haben, bei den Nutzern und bei den Musikern verliert sie zusehends an Boden, was auch eine Chance für Independents sein könnte. Immer mehr Bands vermarkten sich im Netz selbst und suchen die Unabhängigkeit. Viele Musiker suchen nicht den großen Profit, sondern den Spaß an der Musik, der immer mehr auf der Strecke bleibt. Manchmal kann es klüger sein, möglicherweise bestehende Rechtsansprüche nicht geltend zu machen, insbesondere wenn die “politischen Kosten” höher sein könnten als der zu erwartende Grenznutzen.
Quelle: Telepolis, Musikverlage versus Musikinteressierte, 10.10.2006
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