Schlagwort Konsum

Wenn Geld nicht schaden soll – ethisches Investment

Schmetterling

Schmetterling

In einem Netzwerk kam diese Woche die Diskussion auf, wie mensch vorsorgen kann, ohne sich zwischen Pest und Cholera entscheiden zu müssen. Zumeist wissen wir nicht, was Banken und Versicherungen mit unserem Geld machen. Sie versprechen ihren Anlegern maximale Rendite, um diese im Kleingedruckten auszuschließen. D.h. im Falle einer Rezession, und die scheinen immer öfters vorzukommen, gibt es unter Umständen wenig oder nichts. Auch Versicherungen oder Fonds haben einen gewissen Aktienanteil, der dann in den Keller gehen kann und die zu Beginn des Abschlusses gemachten Versprechungen eines sorgenfreien Alters ad absurdum führt.

Viel wichtiger als die Frage, ob sich private Vorsorge rentiere, finde ich die Frage: Was geschieht mit dem eingezahlten Geld? Denn hier wird man meistens im Dunkeln gelassen. Was machen Banken, Versicherungen, Fonds und auch staatliche Stellen mit den ihnen anvertrauten Geldern? Wohin fließen diese? Denn Omas Sparstrumpf ist in diesen Unternehmen und Institutionen wohl kaum anzutreffen.

Es könnte also durchaus sein, dass selbst Menschen, die Kriege und Umweltzerstörung verabscheuen, bei ihrer Privatvorsorge und -absicherung diese indirekt finanzieren. Denn Versicherungen, Fonds und Banken streuen ihre Gelder, die eigentlich den Privatvorsorgenden gehören, aber eben genau das bedeutet, dass mensch in unethische Anlagen investieren kann, ohne es zu wissen. Um ein paar Ecken vielleicht in Blutdiamanten, in Waffenhandel, Überwachungssysteme etc. Da kann man sich die gräßlichsten Sachen vorstellen, denn es gilt: Pecunia non olet. Es stinkt nicht und man sieht Geld auch nicht das Blut an, das an ihm klebt. Das ist jetzt mal meinerseits krass ausgedrückt. Lesen Sie weiter »


IPB ruft zum Boykott internationaler Rüstungskonzerne auf

Das International Peace Bureau ruft zum Boykott internationaler Rüstungskonzerne auf.

2007 sind die internationalen Rüstungsausgaben auf 1,3 Billionen Dollar angestiegen, während andererseits Hunger, Armut und heilbare Krankheiten täglich den Tod für Zehntausende Menschen bedeuten. Angesichts dessen rief Dhanapala zum Boykott der 25 größten Rüstungskonzerne der Welt auf. 200 Jahre nach Abschaffung der Sklaverei und nach dem Erfolg des Kampfes gegen das Apartheidregime in Südafrika stehe eine solche langfristig angelegte Kampagne der Friedensbewegung und anderer sozialer Gruppen auf der Tagesordnung.
Quelle: junge Welt, Alexandria: Aufruf zum Boykott internationaler Rüstungskonzerne, 14.11.2007

Wen mensch zu boykottieren hat, kann man in der Wikipedia entdecken. Allerdings sollte man auch die Anteilseigner oder Mutterkonzerne boykottieren. Beispiele EADS oder BAE Systems. Denn hier könnte durchaus strategischer Konsum helfen, wenn mensch sich die Frage stellt: Ist das Unternehmen in irgendwelcher Art und Weise an Rüstungs- und Sicherheitsfirmen beteiligt?