Merkel, saudi-arabische Orden und Menschenrechte
Die AP meldet, dass der saudi-arabische König Abdulla Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem höchsten Orden seines Landes für ausländische Regierungschefs ausgezeichnet hat. Die Onlineausgabe der Times schreibt, dass bei einer systematischen Untersuchung ausgelegter Bücher in Moscheen und islamischen Einrichtungen sich in 25% eine „tief verwurzelte“ Ablehnung der westlichen Gesellschaft ausdrückt, die als „sündhaft, zersetzend und korrumpierend für Muslime“ betrachtet wird.
Zeitgleich erschien eine zweite Studie der prominenten amerikanischen Wissenschaftler J. Millard Burr und Robert O. Collins, die auf Betreiben des saudischen Milliardärs Scheich Khalid Bin Mahfouz wieder aus dem Verkehr gezogen wurde, weil sie – nach Angaben des Verlages – nicht vor Gericht beweisbare Behauptungen enthielt, ein Verhalten, das von Kritikern als Zurückweichen aus wirtschaftlichen Gründen bezeichnet wurde. Der amerikanische Journalist Daniel Johnson zitiert in der „New York Sun“ aus inoffiziell zirkulierenden Fotokopien des eingestampften und von allen Buchhandlungen zurückgeforderten Buches, dass Saudi Arabien in nichtislamischen Ländern 2.500 Moscheen, 202 Hochschulen und fast 2.000 Schulen finanziert.
Quelle: openpr, Unterstützt Saudi Arabien die Radikalisierung von Moslems in Europa durch extremistische Literatur?, 08.11.2007
Tja, was tut frau nicht alles, um an Dope – äh Öl – zu kommen.;)
Klartext: Es ist einfacher Russland, Burma usw. als Saudi-Arabien wegen Menschenrechtsverletzungen anzuprangern. Denn mit denen verbinden einen u.a. sehr profitable Bande.
Der Islam wahhabitischer Prägung spielt in Saudi-Arabien eine sehr große Rolle, das Land gilt als besonders strenggläubig und islamisch-konservativ. […]
Seit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York im September 2001 sieht sich Saudi-Arabien verstärkt Vorwürfen ausgesetzt, terroristische Gruppierungen zu unterstützen. Von den 19 Attentätern des 11. September stammten 15 aus Saudi-Arabien. Halboffizielle Stiftungen und Mitglieder der königlichen Familie stehen zudem im Verdacht, al-Qaida finanziell gefördert zu haben. Gelder aus Saudi-Arabien fließen auch an extremistische Vereinigungen wie die Hamas-Bewegung in Israel/Palästina.
Quelle: Wikipedia – Saudi-Arabien
Die Anhänger der Lehre Ibn Abd al-Wahhabs betrachten sich selbst nicht als eine Strömung unter vielen, sondern als Muslime schlechthin. Als Wahhabiten – also als Sondergruppe, die nach ihrem “Gründer” benannt ist – werden sie nur von ihren Gegnern bezeichnet. Sie selbst sprechen von sich als muwahhidun – als Bekenner des tauhid, der Einzigartigkeit Gottes – oder einfach als Muslime. Glaubensauffassungen, die mit den ihren nicht vereinbar sind, erscheinen ihnen deshalb schnell als unislamisch, was ihnen in der Gesamtheit der muslimischen Gemeinschaft den Ruf der Intoleranz und des Fanatismus eingebracht hat.
Quelle: Wikipedia – Wahhabiten
Der Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten war kurz gesagt anfänglich nicht theologischer Natur, sondern entsprang der Frage, wer die Gemeinschaft der Muslime leiten soll. Bei den Sunniten bildete sich das Kalifat heraus, bei den Schiiten das Imamat. Beide Konfessionen bekämpfen sich in einigen Ländern wie Irak oder Indien teilweise blutig. Der Iran ist überwiegend schiitisch.
Ach ja, den Trouble vor einigen hundert Jahren hatte das alte Europa mit den Osmanen und die waren sunnitisch.:idea:
Es gibt wirklich einige nicht zu vernachlässigende Unterschiede zwischen Sunniten und Schiiten. Leider werden diese häufig einfach unter den öffentlichen weltpolitischen Teppich gekehrt – wie andere Fakten auch. Man übersetzt ja auch gerne so gerne frei wie möglich, auch wenn es am Ende Verdrehungen oder Fehlinterpretationen werden.
