Schlagworte Bildung

Date: 18. Mai 2006
Cate: Text

Prekäre Erwachsenenbildner

Birgit Schmidt berichtet über die prekäre Lage der Honorarkräfte in der Erwachsenenbildung.

Für die meisten von ihnen, das muss in diesen Monaten endgültig konstatiert werden, geht es abwärts. Zwischen 2002 und 2004 seien geschätzte 30000 bis 50000 Wei­terbildungsjobs überflüssig geworden, und die Honorarsätze hätten sich dieser Entwicklung angepasst, heißt es bei der GEW. Dies wird darauf zurückgeführt, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) vor dem Hintergrund der Hartz-IV-Reformen zu drastischen Kürzungen gezwungen gewesen sei. Susanne Kraft schreibt in ihrem Aufsatz »Umbrüche in der Weiterbildung«: »Wenngleich keine systematisch erhobenen Daten und Übersichten zu den Hono­raren in der Weiterbildung vorliegen, zeigt sich an Beispielen, dass die Mittelkürzungen der BA und die Einbrüche in der Weiterbildung mit massiven Honorarkürzungen einhergehen und die Honorare im freien Fall in den Keller gehen. So werden Honorare teilweise um ein Fünftel gekürzt, nach Abzug aller Sozialabgaben bleibt den Lehrenden teilweise ein Stundenlohn von acht Euro. Freiberuflich tätige Weiterbildner/innen können somit mit ihrem Verdienst unter das Existenzminimum kommen.«

In ihrem Artikel schildert sie an zahlreichen Beispielen die prekäre Situation der Freien und Honorarkräfte im Bildungs- und Kulturbereich. Sie dokumentieren die Gier und die Skrupellosigkeit der Sprachschulbesitzer, Bildungs­träger, staatlichen und städtischen Einrichtungen, die den Trend zum Hungerlohn in der Kulturwirtschaft, in der Bildung ausnutzen.
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