Schlagwort Bildung

Medien(r)evolution oder Heidelberger Appell – eine Kampagne gegen Open Access?

Eulen nach Athen tragen

Eulen nach Athen tragen

Einleitend möchte ich sagen, dass mir die Fragestellung um eine angemessene Akzeptanz in der Öffentlichkeit der Autorenrechte gegenüber Verwertern und die gerechte bzw. faire Honorierung schöpferischer Arbeit ebenso wichtig ist wie der freie Zugang zu Wissen. Darum geht es eigentlich auch bei der Debatte um den Heidelberger Appell.

Übrigens denke ich, dass die wahre Urheberrechtsdebatte erst anfängt, wenn man die Nutzungsrechte abtrennt und die unterschiedlichen Interessen der einzelnen Akteure wie Autor, Verleger/Verwerter und Leser im Falle des Wortes differenziert betrachtet und vor allem den Verwerterlobbyismus endlich so würdigt, wie es sich gehört. Ja, da haben Sie durchaus ein Quentchen Ironie gelesen. ;-)

Meiner Meinung nach haben Autor und Leser mehr gemeinsame Interessen. Der Eine will gelesen werden, will informieren, der Andere will lesen, sein Wissen erweitern. Und beiden macht es Spass. Deshalb sollte man sich fragen:

Was ist dem Einzelnen, der Menschheit weltweit, national, regional ihre Kultur samt deren Akteure wert und wie haben Einzelne, also alle im Endeffekt Zugriff darauf?

Mit Sicherheit sind EU-weite Internetsperren nicht der richtige Weg. Diese Nachricht bei heise ist mir zum Schluss der Recherche aufgefallen und diese EU-weit geplante Vorgehensweise schockiert mich. Das ist nicht durchdacht. Diese Meinung vertritt auch Eva Lichtenberger, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der Grünen im EU-Parlament:

Statt Filterpflicht und Internet-Sperren brauchen wir aber die Einführung neuer, auf die Internet-Welt abgestimmter Rechtsmodelle für den Schutz der Urheberrechte unter Wahrung von Grundrechten wie Schutz der Privatsphäre und Datenschutz
Quelle: Heise, Weg frei für Forderung nach Internetsperren, 07.02.2009

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Was ist Bulimie-Learning?

Mal davon abgesehen, dass es Denglish ist, beschreibt Bulimie-Learning die folgende Art des Lernens nicht nur an der Uni sehr treffend: Lernen nur um riesige Mengen von Lehrstoff in Prüfungssituationen wieder auskotzen zu können. Nachhaltiger Lerneffekt – gleich Null.
Mehr darüber im report Mainz-Bericht Bachelor-Abschluss führt zu Studienabbruch

Skandalös finde ich in diesem Zusammenhang auch die Meldung NRW-Bank stützt Zinsen mit Geld aus Studiengebühren, die in der Financial Times Deutschland erschienen ist, dass in NRW ein Teil der Studiengebühren bei den Banken gehortet wird und so den Unis fehlt.

Und so häuft die landeseigene Bank in den kommenden Jahren ein kleines Vermögen an. Das Geld wird zwar angelegt, aber die Studenten profitieren davon zunächst nicht. Bis zum Jahr 2016, hat Hoffjan berechnet, wären 485 Mio. Euro im Topf. Geld, so der Ökonom, “das den Hochschulen gehört, das ihnen aber das Land nimmt, um damit die Sozialverträglichkeit der Darlehen zu finanzieren”. Ein Sprecher der Bank bestätigt, dass “die Studenten für die Sozialverträglichkeit aufkommen sollen, nicht der Steuerzahler – das ist eine politische Entscheidung, wir verwalten das Geld nur.”

Was ist daran sozialverträglich? Davon abgesehen sind Studiengebühren alles andere als sozialverträglich und vor allem verringern sie die Bildungschancen derjenigen, die von Haus aus nicht finanziell unterstützt werden können.